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Die Expertenkomission für Kryosphärenmessnetze (EKK) wurde 1893 unter dem Namen Gletscherkommission gegründet und ist heute im Bereich der Geowisschenschaften der SCNAT (Platform Geosciences, Swiss Academy of Science) integriert. Im Zusammenhang mit den durch den Klimawandel einsetzenden Veränderungen hat sie die Aufgabe die Veränderungen der alpinen Kryosphäre* zu beobachten. Zudem ist sie für die Betreuung der dafür errichteten langfristigen, nationalen Messnetze verantwortlich. Sie arbeitet in engem Kontakt mit der Schweizerischen Gesellschaft für Schnee, Eis und Permafrost zusammen.

 

Schnee und Eis stellen elementare Umweltfaktoren für den Menschen (Klima, Wasserhaushalt, Naturgefahren, Bildung und Erziehung, Wirtschaft, etc.) dar. Deshalb ist die Beobachtung der alpinen Kryosphäre heute eine wichtige Komponente im gesamten Monitoring von bedeutenden klimabezogenen Faktoren. Dank einem Bundesratsbeschlusses aus dem Jahre 2008 konnten auf Antrag des Departements des Innern, die Finanzierung von bisher nicht gesicherten langfristigen Messreihen sichergestellt werden. Diese nachhaltige Sicherung auch verschiedener Kryosphärenmessreihen (vor allem der Gletscher und des Permafrosts) stärkt insgesamt auch die bedeutende Position der Schweiz in der globalen Klimabeobachtung. Die Finanzierung der Messreihen wird vor allem durch GCOS (Global Climate Observing System), MeteoSchweiz, dem Bundesamt für Umwelt und der Schweizerischen Akademie der Naturwissenschaften sowie den teilnehmenden Universitäten und Forschungsanstalten sicher gestellt.

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gletscherfoto

Rhonegletscher (VS)

 
Aufgaben

Die EKK legt Konzepte und Strategien für die nationalen Kryosphären-Beobachtungsprogramme fest und erlässt die dafür notwendigen Reglemente. Mittelfristig wird dabei ein nationales integrales Kryosphären-Beobachtungsnetz, welches Schnee, Gletscher und Permafrost umfasst, angestrebt. Sie gewährleistet dabei den Einbezug aller in der Schweiz vorhandenen Fachkompetenzen, neuster Konzepte und Messtechniken sowie eine Abstimmung mit internationalen Programmen.

Die EKK ist eine Expertengruppe der SCNAT im Sinne von Art 13 Abs 1e der Statuten. Sie setzt sich zusammen aus anerkannten Experten für das Monitoring in den Bereichen Schnee, Gletscher und Permafrost, sowie den damit verbundenen Forschungsbereichen. Die Gruppe besteht aus Mitarbeitern der verschiedener Universitäten, Forschungsanstalten und Bundesämtern.

 

Die Kommission konstituiert sich selbst. Organisation und Durchführung der Kommissionsaufgaben sowie die Verantwortlichkeiten für die einzelnen Aufgaben werden in einem Geschäftsreglement geregelt. Die EKK arbeitet in engem Kontakt mit der Schweizerischen Gesellschaft für Schnee, Eis und Permafrost. Dabei sollen die bereits vorhandenen Kompetenzen entsprechend berücksichtigt werden. Verträge werden von den finanzierenden Institutionen und Körperschaften unterzeichnet.

 
     
 
*Kryosphäre

 

Mit Kryosphäre werden alle Gebiete der Erde bezeichnet, in denen Wasser in Form von Eis oder Schnee vorkommt. Dies umfasst Meereis, Schnee, Gletschereis und Permafrost*.

Die Erforschung und Observation der Kryosphäre durch die EKK erstreckt sich auf die Bereiche Schnee, Eis und Permafrost in den Schweizer Alpen. Sie umfasst dabei auch ihre geophysikalischen, klimatologischen und ökologischen Funktionen, die Rolle im Wasserhaushalt und die Reaktionen auf Klimaänderungen in allen Skalen, von saisonal bis langfristig. Denn alle Variablen der alpinen Kryosphäre sind sensible Indikatoren der Klimaentwicklung. Dabei stellen die Veränderungen der Gletscher, den auch für Laien am besten zu erkennenden Faktor in der Natur dar. Ebenfalls sehr empfindlich reagiert der Permafrost auf Temperaturänderungen. Ein Auftauen des gefrorenen Untergrunds im Hochgebirge führt zu Instabilitäten, die ihrerseits Folgen für Bergbahnen, Wanderwege, Strassen und Bergdörfer haben können. Die Schneebedeckung spielt nicht nur als Klima- und Umwelfaktor, der auch Gletscher und Permafrost entscheidend beeinflusst, eine wichtige Rolle. Sie ist zugleich eine entscheidende Grösse für verschiedene Wirtschaftssektoren. In der Schweiz werden seit Ende des 19. Jh kontinuierlich Schnee- und Gletschermessungen durchgeführt. Die daraus resultierenden langen Messreihen erlauben Aussagen zu den Auswirkungen der Klimaänderung auf den Alpenraum.

 

 

 
       
   
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